Artikel: OSL-Tutorium

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    OSL-Tutorium

    Schwierigkeitsgrad/Severity
    mittel/middle
    Sprache/Language
    Deutsch/German
    Hallo Allerseits,
    tja… dann versuche ich mal in Worte zu fassen, was ich mit Pinsel und Farbe verbrochen habe. Ursprünglich habe ich die Games Day Miniatur 2009 bemalt. Der Helm bekam einen NMM-Kupferanstrich und die Augen einen türkises OSL. Leider sind die Fotos der einzelnen Schritte so miserabel geworden, dass ich sie nicht für das Tutorial benutzten konnte. Erbost darüber, habe ich meine Drycha genommen und Ihr Gesicht mit derselben Farbgebung bemalt. Doch dieses Mal habe solange Fotos geschossen und jeden Stand mir erst am Rechner anzeigen lassen, bis ich ein scharfes geknipst habe. Erst dann habe ich weiter gemacht. Es tut mir leid, dass ich Euch nicht den Chaos Champion liefern kann, aber meine Digicam ist putt und Handyfotos sind selten gut. Aus diesem Grund, kann ich Euch auch keine bessere Auflösung bieten. Ich hoffe Angelus, dass Du Deine Bitte um dieses Tut nicht bereust.

    Materialien:
    Ich benutze einen Winsor & Newton Pinsel Stärke 00, destilliertes Wasser, eine Naßpalette und folgende GW-Farben:
    Scorched Brown, Dark Flesch, Vernim Brown, Dwarf Flesh, Elf Flesh, Skull White, Fiercy Orange, Hawk Turquoise und Snot Green.
    Und natürlich eine Miniatur: Die Drycha von GW, auch wenn ihr Gesicht nicht gerade ideal für ein Kupfer-NMM ist.

    Vorarbeit: (Kupferanstrich)
    Für das OSL werden die Farben der Flächen eingearbeitet, auf die die Reflexion fällt. Um besser erklären zu können, wie ich auf die kam, zeige ich zunächst, wie ich das Gesicht bemalt habe. Für die, die weniger Interesse daran haben, bitte scrollt weiter zu dem Teil, der mit „Das OSL“ überschriftet ist.

    Zunächst einmal sollte die Dame entgratet werden, weil mitten durch das Gesicht ein feiner Grat lief. Wundert Euch bitte nicht, dass sie nicht grundiert ist. Es hat einzig den Grund, dass ich sie später einfach in einem anderen Farbschema bemalen möchte und es so einfacher sein wird, die Farbe wieder runter zu bekommen. Hier ist die Dame:



    Schon hier kann man sich ein wenig ansehen, wo die metallenen Lichtreflexe am Ende landen sollen. Einfach merken, oder immer wieder auf das Foto schielen.
    Als erste Schicht kommt „Scorched Brown“. Wichtig hier ist, dass alle Stellen, die später kupfern aussehen sollen, wirklich mit der Farbe gleichmäßig deckend bemalt werden. Ich empfinde es als unglaublich schwer, weiche Überläufe hinzubekommen, wenn die Grundschicht selbst eine Struktur hat.
    Nach dem ersten Make Up sieht die Dame so aus:



    Vielleicht keine Schönheit, aber das wird noch geändert.
    Die zweite Schicht besteht aus „Dark Flesh“. Beim Auftragen der Farbe habe ich absichtlich NICHT darauf geachtet, wo die Lichtreflexe am Ende sein werden. Ich habe nach der einfachen Regel aufgehellt: „Tiefste Stellen am dunkelsten, höchste am hellsten“. Da bis fast weiß aufgehellt wird, habe ich möglich wenig Platz für den Verlauf benutzt. Schließlich kommen da ja noch ein paar Farben.
    Um den Farbverlauf möglichst weich hinzubekommen, habe ich die „Lasurtechnik“ benutzt. (ich hoffe die heißt auch wirklich so. -.- ) Dazu verdünne ich die Farbe sehr stark und streife das meiste an einen Tuch ab. Trage ich nun die verdünnte Farbe auf den Mini auf, ist die Schicht so dünn, dass das Wasser praktisch sofort verdunstet und ich direkt nochmals mit dem Pinsel auftragen kann, ohne Schlieren zu ziehen oder schon aufgetragene Farbe wieder herunter zu nehmen.
    Des Weiteren bewege ich meinem Pinsel beim Aufhellen immer in die Richtung der Stellen, wo am Ende die hellen Stellen sind. Das passiert aus den folgenden Grund: Selbst ein recht trockener Pinsel schiebt die Farbpigmente vor sich her. Würde man mit der helleren Farbe in die Schattenrichtung arbeiten, entstünden Ränder.
    Diese Art die Überläufe aufzutragen, habe ich bei jedem Schritt dieser Mini beachtet.
    Nach der zweiten Schicht, sieht die Dame so aus:



    Wirkt noch sehr nach Sonnenbrand aus…
    Weiter geht’s mit „Vermin Brown“.
    Wieder habe ich die Regel: „Tiefste Stellen am dunkelsten, höchste am hellsten“ befolgt und achte immer noch nicht auf die späteren Reflexflächen:



    So langsam scheint sie Struktur zu bekommen.
    Die nächste Schicht ist eine 1:1 Mischung aus „Vermin Brown“ und „Dwarf Flesh“.
    Auch hier wieder die selbe Regel…



    So… ab hier wird es leicht rosa (wird auch noch korrigiert) und etwas „kniffliger“. Wenn man sich das erste Foto ansieht, erinnert man sich vielleicht, wo die Reflexflächen waren. Genau diese werden ab jetzt nur noch aufgehellt und zwar mit „Dwarf Flesh“:



    Nun werden die Highlights der Glanzflächen weiter ausgearbeitet mit „Elf Flesh“:



    Dabei gehe ich hier schon im Übergang ein wenig härter vor, um die finalen Highlights besser hervor zu heben.
    Die letzten Lichtreflexe mache ich mit einer 1:1 Mischung aus „Elf Flesh“ und „Skull White“: „Let it shine!“



    Hier gibt es zwei kleine Nachteile:
    1. recht harte Highlights
    2. recht rosig das ganze.
    Das alles gibt sich aber mit der letzten Schicht. Die Letzte Lasur bietet uns den richtigen Farbton und sie weicht die etwas zu harten Übergänge ab.
    Hier zu nahm ich STARK verdünntes Fiercy Orange. Gerade für die ersten Stellen habe ich mir eine 5-Cent Münze geschnappt und neben die Mini gelegt. So konnte ich nach jeder Lazurschicht sehen, ob noch eine nötig ist, oder der Kupferton erreicht ist.
    So sieht die Bronze-Dame aus:



    So… das ist zunächst die Grundlange für das OSL. Ich erkläre das deshalb so ausführlich, weil wir im späteren Verlauf des OSLs noch alle bis jetzt benutzten Farben brauchen werden. Deshalb bin ich vorher darauf eingegangen, wie die Grundfarben zunächst zustande gekommen sind.

    Das OSL:
    Leider habe ich für mich festgestellt, dass die Theorie zum OSL, zwar logisch ist, aber ich irgendwie schlecht damit zurecht komme. Mit viel Geduld anderer, ein paar Vorlagen und vielen Diskussionen habe ich, so glaube ich zumindest, für mich persönlich ein „Kochrezept“ zusammen getuckert, mit dem ich zu Recht komme. Ich hoffe, es hilft Euch.
    Für das Glühen, habe ich mir eine türkise Farbe ausgesucht. Dazu habe ich „Hawk Turquois“ und „Snot Green“ 1:1 gemischt. Diese Mischung habe ich nun immer wieder mit weiß aufgehellt, bis ich ein fast weißes Türkis hatte. Für diese Mini habe ich mir so 4 Zwischentöne vorbereitet.
    Beginnen wir mit dem hellsten Ton. Es sollte im Zentrum der Lichtquelle sein. Das sind bei dieser Mini einerseits die Augen und andererseits der Mund. Es fällt mir schwer in eine Rille hinein zu lazieren, weshalb ich zunächst nur den Mund angefangen habe. Die Augen können später. Versprochen.
    Im Zentrum des Mundes habe ich den hellsten Türkiston genommen und damit das Zentrum des Leuchtens festgelegt;



    Als nächsten Schritt habe ich die beiden dunkleren Türkistöne genommen und zum Rand des Mundes hin abgedunkelt:



    Der dunkelste Türkiston wurde nun dazu gebraucht, um die Augäpfel komplett auszufüllen und noch IM Mund einen etwas dunkleren Rand zu markieren. Auch wenn es nicht ganz logisch erscheint, warum im Mund ein dunkler Rand entsteht, sollte man Ihn einfügen. Dieser sollte genau zwischen der Lichtquelle und den beleuchteten Partien liegen, damit man eine Abgrenzung zwischen den beiden logischen Flächen hat. Macht man dies nicht, bekommt man leicht das Problem, dass es wie ein grober großer Klecks aussieht. So erzielt man aber einfacher den OSL Effekt und es ist für das Auge einfacher zu erkennen, wo das Leuchten selbst herkommt.
    So habe ich kurz vor den Lippen und die tiefste Rille bei den Augen als diese „Schattenkante“ gewählt:



    Nun wird wieder aufgehellt. Bei den Augen immer mehr zur gedachten Pupille beim Mund bis zu den Lippen. Allerdings sind die aufgehellten Stellen stets ein bisschen kleiner als der letzte Farbauftrag. Der erste Zwischenton:



    Noch ein bisschen heller:



    Und nun die hellste Farbe, als Highlight-Markierer. Macht Euch nichts daraus, dass bei Mund ein wenig die Glühfarbe die Kupferfarbe überdeckt. Das wird sie bei den nächsten Schritten sowieso tun.
    Hier der Zwischenstand:



    Das Mischmassaker:
    So, diesen abschnitt formuliere ich nun zum dritten Mal und hoffe, dass er diesmal verständlich ist.
    In der Vorarbeit habe ich folgende Palette gehabt:



    Zu Anfang des OSL habe ich mir folgende Farbpalette dazu gemischt:



    Um jetzt die Mischtöne zu bestimmen, schaue ich mir die Farben an, die circa 2-3 mm von Rand der Lichtquelle entfern sind. Das wären Farben 2-6. Da die Stellen aber beleuchtet werden. Betrachte ich nur Farben 3-6. Meine dunkelste „Leuchtfarbe“ ist A. Nun mische ich diese Farben in etwas in einem Verhältnis 1:5 wobei die 1 für die „A“-farbe steht.
    Die neuen Mischtöne sehen nun so aus:



    Nun wird die Kupferfläche um die Augen und den Mund mit diesen Farben aufgehellt. Dabei achte ich darauf, dass ich wieder einen Verlauf in die Helligkeit habe (zum Mund und den Augen hin) und, dass ich die Schattenstellen der Haut mit den dunkleren Mischtönen bearbeite. Das ganze so circa 2-3 mm um Mund und Augen herum:
    Hier das Ergebnis:



    Da ich ja immer heller zu den Highlights werden möchte, betrachte ich bei der nächsten Mischorgie nur noch die Farben 4-6 und mische sie mit der Leuchtfarbe B. Das Verhältnis zwischen Leuchtfarbe und Kupferfarbe liegt ungefähr bei 4:5.
    Und wieder wird zu den Highlights hin aufgehellt. Man muss nur darauf achten, dass erneut weniger Fläche bearbeitet wird, als bei der letzten Farbschicht:



    Erneutes Mischen: Farben 5-6 mit C, wobei hier das Mischverhältnis zwischen Leuchtfarbe und Kupferfarbe ungefähr bei 2:1 liegt.



    Der fast letzte Schritt eine Mischung aus der Farbe 6 mit D wobei das Mischungsverhältnis zwischen Leuchtfarbe und Kupferfarbe ungefähr bei 10:1 liegt. Hier werden fast nur noch die Kanten akzentuiert.



    Wem dieser Effekt noch ein bisschen wenig ist. Geht einfach noch mit stark verdünntem Weiß sein und setzt an finalen Punkten die Leuchtreflexe:



    So… damit ist die Dame mal bächtig möse:



    Ich hoffe, man kann genug sehen und etwas bei diesem Geschreibsel verstehen. Und natürlich hätte ich keine Schnitte gehabt, wenn ich nicht von Euch einige wertvolle Tipps und Hilfestellungen bekommen hätte. Hier seinen mal Drake und Vhaidra mal besonders erwähnt! Danke für Eure Geduld!
    Sollte wer Rechtschreib-, Grammatik- oder Interpunktionsfehler finden, schreibt mir bitte eine PN und ich korrigiere sie.
    Grüße, Taggi.


Replies to Artikel: OSL-Tutorium
  1. Avatar von SystemOfaDown
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    1,283

    Standard AW: OSL-Tutorium

    Hi,

    wow, sehr gutes und hilfreiches Tutorial; danke dafür!

    Gruß
        

  2. Standard AW: OSL-Tutorium

    Sehr geile Erklärung für OSL. Danke dafür!
    The Painting Mage on Facebook alle dürfen mich adden

        

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