Hi,
es gibt unzählige Wege Blut an allen möglichen Stellen anzubringen. Der Weg, den ich hier aufzeige, ist sicherlich nicht das höchste der Gefühle und ist für den Wettbewerbsbereich eher nicht zu gebrauchen. Dennoch besitzt diese Art, der Bluterstellung einen gewissen Reiz: Es geht zügig über die Bühne und liefert ein schönes Ergebnis, dass sich auf dem Spielfeld sehen lassen kann.

Was man bei der "Verunstaltung" seiner Miniaturen mit Blut immer beachten sollte: Weniger ist mehr.
Man sollte auch beachten auf welcher Figur man die Form der "passiven Schlachtaktivität" anbringt. Ein Ork der sich durch ein Imperiales Regiment gehauen hat, kann richtig gut wirken, wenn er aussieht als komme er gerade von einer Schicht im Schlachthaus. Hingegen ein Hochelf, in feinen Roben, kann hier wie der wahnsinnige Berserker wirken und die Nachhilfe beim Metzger kann am Ende auch sehr lächerlich aussehen. Bei einem solchen Modell reicht, wenn überhaupt eine kleine dezente Anmerkung an der Klinge, dass er gerade am Kämpfen ist.
Allgemein gilt: Erst die Figur fertig malen, bevor man den "Kampfdreck" anbringt.
So, dann wollen wir mal...


Schritt 1: Arbeitsmaterial
Ich benutze hierzu "Scab Red" (SR) aus dem GW -Farbsortiment, eine Künstlertusche von Windsor&Newton mit der Bezeichnung Peat Brown (Nr.968 / ist in jedem gut sortierten Künstlerbedarf zu finden), ein Behältnis mit klarem Wasser (nicht auf meines achten ), ein Tuch um Flüssigkeit aufzunehmen, 2 Detailpinsel, 1 gröberen Pinsel (darf auch an der Spitze zerfranst sein) einen kleinen Schaschlikholzspieß, eine nicht saugfähige Unterlage zum Anmischen und die gewünschte Figur...



Schritt 2: Die Mischung macht's...
SR und Tusche werden auf der Mischunterlage nebeneinander aufgebracht (dies mache ich für gewöhnlich nicht, dies dient zur Verdeutlichung wie wasserverdünnt SR sein sollte; Die Tusche ist direkt aus dem Glas).



Danach wird der richtige "Blutton ermischt". Ich gehe hier immer von meinem eigenen Blut aus (verletz mich ja oft genug ). Hier sind bestimmt aber auch andere Mischungsverhältnisse möglich). Mein folgendes wäre SR/T - 1/3



Schritt 3: Auftrag
Ich gehe bei dem "Blutfleck" von einem Schlag aus, keinem Stich. Ebenso nehme ich an, noch nicht allzu lange im Einsatz ist, sonst würde sie anders aussehen von der Menge und Wirrheit der Flecken...also kein "Swing!" sondern ein "Chok!", vom Geräusch her. Ich fange also an der Stelle an wo die Klinge getroffen haben soll (Wichtig: Dem Pinsel die größte Wassermenge entziehen, bevor ihr auf das Modell geht. Einfach auf einem Tuch vorher leicht abstreifen - sonst verteilt sich der Fleck gleich auf die ganze Klinge...



Dem Ganzen ein wenig Zeit geben leicht anzutrocken (so zwischen 10 ~ 20 Sekunden). Danach nehme ich mir den Detailpinsel und ziehe "Schlieren" von der Hauptpartie des "Klecks" weg. Der Klecks verschwindet nun ganz leicht, da nur noch der Großteil des Feuchten "mitzieht" und eurem Pinselstrich folgt. Hier kann man ruhig spontan sein, denn wenn etwas nicht gefällt ist es mit einem Wisch mit einem trockenen Pinsel wieder weggenommen.



Nun das Ganze trocknen lassen. Währenddessen habe ich die Anfangsmischung durch Zugabe von Tusche abgedunkelt. Hiermit setze ich dann einen weiteren "Klecks" an die Klingenseite an der der Schlag auf sein imaginäres Ziel getroffen haben soll.



Den ganzen Vorgang kann man auch öfter wiederholen - um feinere "Spritzer-Slurps" zu erstellen. Man kann das nun so lassen oder aber auch ein kleines Stückchen weitergehen, indem man der Klinge zumuten will, dass sie doch schon länger im Einsatz ist. Hierzu nutze ich den gröberen Pinsel und den "Schaschlikholzstab". Den Pinsel lasse ich die Farbe aufnehmen ohne ihn am Tuch abzutupfen. Darauf bürste ich über einer Unterlage den Pinsel über den Stock, um zufällige Spritzer zu erzeugen.

Wichtig hierbei: Achtet darauf in welchem Winkel ihr den Vorgang ausführt, lieber ein wenig üben, bevor man auf die Figur geht.





Fazit:
Einfach mal ausprobieren. Man kann durch herumexperiementieren, bestimmt etwas ausarbeiten (z.B. Blood Red miteinmischen, etc.) und auch seinen eigenen Stil finden.
Aber wie gesagt: Weniger ist manchmal mehr
Gruß und evtl. dient dieses Tutorial dem ein oder anderem als Anregung...
jar