Artikel: Miniaturen Fotos bearbeiten mit Gradationskurven (Bäm Effekt)

  1. Kategorie
    Fotografieren und Bildbearbeitung
    Hits
    1.291
    Antworten
    3
     

    Miniaturen Fotos bearbeiten mit Gradationskurven (Bäm Effekt)

    Schwierigkeitsgrad/Severity
    mittel/middle
    Sprache/Language
    Deutsch/German
    Wie versprochen ein Tutorial darüber wie man recht einfach und schnell ein durchschnittliches Foto verbessern kann unter Anwendung des Gradationskurven Werkzeuges so das man den berühmten Bäm Effekt erreicht. Vorraussetzung dafür ist aber das die Miniatur bereits mit einem ausreichenden Tiefenkontrast bemalt wurde und auch die Blendings sollten gut gemalt sein, denn diese sehen mitnichten besser aus als sie wirklich sind durch diese Art der Bildbearbeitung.

    Eine gut bemalte Figur kann also mit dieser Technik optimal in Szene gesetzt werden, aber eine nicht sehr gut bemalte Figur sieht dadurch nicht besser aus.

    Was mit der Anwendung von Gradationskurven erreicht werden kann ist ein optimales Verhältnis zwischen Schatten und Highlights. Eben ein optimales, vorteilhaftes Foto.

    Da nicht jeder hier Millionär ist und vielleicht auch nicht soweit ins Thema Fotografie eintauchen möchte, das er sich eine teure Fotosoftware zulegen möchte, empfehle ich den Download des kostenlosen Bildbearbeitungsprogrammes Gimp. Ich habe Gimp für dieses Tutorial verwendet, damit dann auch wirklich gleich jeder damit loslegen kann.

    Los geht`s. Bitte erst einmal Gimp runterladen und installieren:

    Gimp Free Download


    Wer bereits ein gutes Bildbearbeitungsprogramm besitzt, kann auch dort nach "Kurven" suchen. In der Regel befindet sich dieses Werkzeug unter dem Menüpunkt:
    Bearbeiten > Kontrast und Helligkeit oder Bearbeiten > Farben oder Bearbeiten > Kurven einfach mal alles durchklicken bis dieses Fenster auftaucht mit dem Kurven Tool.

    Gimp installieren ist ein Kinderspiel, das jeder hinbekommen sollte der jemals in seinem Leben Software auf seinem PC installiert hat und deshalb gehe ich nicht näher auf diesen Punkt ein, bis auf: Ich fand keine Option wie ich mir ein Desktop Symbol erstellen konnte und folglich musste ich Gimp erstmal unter Start > Programme suchen gehen und von dort aus öffnen.

    Ist Gimp geöffnet sieht das auf eurem Bildschirm so aus:



    Ich habe alles Relevante mit einer roten Elipse oder einem roten Pfeil gekennzeichnet. Bitte mal beim rechten Fenster oben gucken und auf Datei klicken:



    Dann auf Öffnen klicken und eure Ordner durchsuchen nach dem Foto das ihr bearbeiten möchtet und dieses öffnen:



    Ich habe hier ein Foto von meiner Lonnia geöffnet, das so schon nicht ganz so schlecht aussieht, aber wahrlich auch nicht optimal, da geht also noch was und das machen wir jetzt hier zusammen:



    Wir klicken oben in der Menüleiste auf Farben und wählen dann Kurven aus:



    Es öffnet sich dann ein weiteres Fenster das den Namen Kurven trägt und genau hier fäng die "Magie" an :



    Mit der Maus klicken wir nun auf diese diagonale Linie und zwar irgendwo im unteren Bereich, hier in dem Fall bei dem zweiten Kästchen (roter Pfeil), wir halten die linke Maustaste gedrückt und ziehen nun diese Linie nach unten. Damit haben wir die Schatten verstärkt. Das ist der erste Schritt.



    Schritt 2 ist nun in den oberen Teil der Linie dort zu klicken, wo ihr den roten Pfeil seht und genauso wie zuvor die Maus in die andere Richtung nach oben bewegen. Damit werden die Highlights nun betont. Nun unten bei dem Kurven Fenster auf OK klicken.



    Voila, fertig ist der "Bäm Effekt" und das nur mit einer Handvoll Klicks

    Ich sehe grade das, das Foto hier in den Schatten etwas zu stark "absäuft", aber aus Zeitnot spare ich mir hier jetzt die Perfektion in dieser Sache und verweise darauf:

    Wenn man sich da etwas mehr Zeit für nimmt und da mal ein bißchen rumprobiert mit dieser Kurve dann kann man ganz tolle Ergebnisse erzielen. Man kann an unterschiedlichen Stellen der diagonalen Linie reinklicken (weiter oben, weiter unten) und je nachdem wie ausgeprägt (tief oder hoch) man die Kurven einzeichnet ändert sich da sehr, sehr, sehr viel.

    Der Clou an der ganzen Sache ist: Man kann hier sämtliche Bereiche (Schatten, Mitteltöne, Lichter) getrennt voneinander und auch
    gegeneinander bearbeiten wie es mit normalen Bearbeitungs Optionen nie möglich wäre.

    Beispiel: Ich mache das Foto einfach heller, dann wird alles heller auch die Schatten usw. Oder ich mache ein Foto dunkler, dann wird alles dunkler auch die Highlights. Das ist nicht gut und macht gar keinen Spaß.

    Mit Gradationskurven kann man praktisch chirurgisch in die Helligkeitswerte beim Foto eingreifen und noch sehr viel mehr. Hier in diesem Tutorial geht es um eine der bekanntesten, gebräuchlichsten Art Gradationskurven zur Bildoptimierung zu verwenden und das ist die berühmte "S" Kurve.

    Schaut euch die Kurve an die wir gezeichnet haben, sie sieht aus wie langezogenes S. Das kann man sich also ganz leicht merken. Das S kann gestaucht, also verkürzt werden, es kann schwach oder stark ausgeprägt sein. In jedem Fall ist diese "S" Form Einstellung die übliche Art ein Foto mit einem optimalen Kontrast zu versehen. Klappt deshalb auch bei jedem anderen Foto und wird von daher oft von Fotografen verwendet.

    Eine ganz normale Art der Bildbearbeitung sozusagen und kein Fake. Könnt ihr also ruhigen Gewissens anwenden, machen die Leute bei coolminiornot auch die dort die Hammer Fotos ausgestellt haben Das hier ist nur die Erklärung dazu wie die das gemacht haben.

    Der Paintjob/die Miniatur wird dadurch lediglich ins bestmögliche Licht gerückt. Why not? Wir gaben ja bereits schon unser Bestmögliches bei der Bemalung, warum nicht auch beim Foto.

    Hier mal der Direkt Vergleich. Links die bearbeitete Version, rechts das Ursprungsfoto:



    Mein Ausgangsfoto war nicht besonders gut, wenn man aber ein besseres Ausgangsfoto, ein optimales Ausgangsfoto hat und dann noch zusätzlich diese Kurven Einstellungen damit macht, dann erhält man ein sagenhaft gutes Ergebnis. Aber selbst auf meinen suboptimalen Beispiel Fotos hier kann man deutlich den Effekt sehen, den diese Bearbeitungstechnik liefert.

    Wie gesagt: Einfach mal selber mit dieser Kurve rumspielen und schaun was geschieht. Als Anhaltspunkt folgende Info, die Positionen der einzelnen Bereiche finden sich wie folgt auf dieser diagonalen Mittel Linie:

    Unten: Schatten
    Mitte: Mitteltöne
    Oben: Highlights


    Man kann also auch bei Bedarf die Mitteltöne bearbeiten indem man in der Mitte der diagonalen Linie reinklickt und die Linie nach oben oder unten beugt/zieht. Oder man bearbeitet alles zusammen, oder nur einzelne Bereiche, wie auch immer. Probiert damit rum, schaut welche Einstellung am besten funktioniert je nach Ausgangsfoto und dann findet sich schon irgendwo die optimale Einstellung.

    Leider ist Gimp etwas nervig, wenn es darum geht das Foto abzuspeichern, weshalb ich das Tutorial noch etwas erweitern muss um euch hier zu erklären wie ihr das Fotojetzt abspeichern könnt.

    Gimp verwendet scheint`s irgendein eigenes Format das xcf. heisst. Ich vermute mal das ihr euer Foto als xcf. abspeichern müsst für den Fall das ihr es später weiter bearbeiten wollt. Wenn ihr es als xcf. abspeichern wollt dann könnt ihr einfach oben in der Menüleiste auf Datei klicken und dort auf Speichern unter..

    Wenn ihr aber nur ein fertiges Foto als jpeg. haben möchtet, dann müsst ihr folgendermassen vorgehen: Ihr klickt nicht auf Speichern unter sondern auf Exportieren als...:



    Es öffnet sich wieder ein Fenster und nun muss man unten links auf dieses Kreuz klicken und dann scrollen bis man jgeg. findet:



    Wenn man jpeg gefunden hat markiert man es mit einem Klick und klickt unten in diesem Fenster auf Exportieren:



    Da ich mein neues Foto nicht umbenannt habe, erschien folgendes Fenster wo ich Ersetzen wählte:



    Nun erscheinen Speicher Optionen, wo ich die höchste Qualität auswählte, was aber nicht nötig gewesen wäre. Versuch macht klug.
    Qualität einstellen, dann unten auf Exportieren klicken, fertig.



    Es gäbe noch einen Haufen mehr über Bildbearbeitung mit Gradationskurven zu erzählen und diejenigen von euch die gerne tiefer in die Materie
    eintauchen möchten können sich zum Beispiel mal diesen Artikel hier durchlesen, der sieht recht umfangreich und nützlich aus:

    Bildbearbeitung mit Gradationskurven


    Man kann damit auch die Range/Bandbreite der Abstufungen beinflussen usw. usw. Nur sollte man sich eben auch fragen wie weit man da mit der Bildbearbeitung tatsächlich gehen möchte im Falle von Miniaturen Präsentation. Ziel ist es die Miniatur gut aussehen zu lassen, aber nicht total unrealistisch, denn das wäre so für mich die Grenze wo ich nicht drüber gehen würde genauso wie es tabu ist das man mit einer Bildbearbeitungs Software die Blendings nachmalt oder was es da sonst noch so für Möglichkeiten gibt. Eine wirklich gut bemalte Figur sieht auch schon auf einem ganz normalen Foto bereits gut aus, und wird richtig gut in Szene gesetzt, wenn man halt ein paar Kniffe kennt so wie diesen hier zum Beispiel.

    Diese Anleitung soll also einem "vernünftigen" Gebrauch dieser Möglichkeiten dienen um das beste aus dem Foto rauszuholen ohne sich in moralische Grauzonen zu begeben, die dann am Ende zur Blamage werden könnten, sollte jemand anderes das eigene Werk in Natura sehen. Der weise Mensch möge entsprechend handeln.

    Ich hoffe ich war ausführlich genug dafür das jeder jetzt mit Gimp klar kommt, zumindest für diesen einen speziellen Zweck und falls noch weitere Fragen
    auftauchen und ich sie beantworten kann, dann könnt ihr sie hier ja stellen. Viel Spaß
    Dark Piano Music - myuu
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Meine wichtigsten Tutorials:

    Blending Tutorial Teil 1a - Theorie und Wissen

    Blending Tutoiral Teil 1b - Farben mischen


Replies to Artikel: Miniaturen Fotos bearbeiten mit Gradationskurven (Bäm Effekt)
  1. Avatar von Ildfus Mahler
    Registriert seit
    29.11.2011
    Ort
    Freie und Hansestadt Hamburg
    Beiträge
    1,564

    Standard AW: Miniaturen Fotos bearbeiten mit Gradationskurven (Bäm Effekt)

    Prima, Danke! Mit Gimp lässt sich wirklich gut arbeiten - hab ich für meine Rollenspielkarten immer benutzt...

    LG, D.
    gez. Ildfus Mahler, der grimme Müller vom Hundsthâl
    --------------
        

  2. Avatar von Elektroschnitzel
    Registriert seit
    14.03.2014
    Ort
    Dillenburg
    Beiträge
    1,626

    Standard AW: Miniaturen Fotos bearbeiten mit Gradationskurven (Bäm Effekt)

    Danke für das Tutorial, das mache ich in der Regel aktuell über die Editierfunktion von Flickr auf dem Tablet, aber in Gimp ist das eine sehr gute Alternative.
    Heute kleb' ich, morgen grundier' ich und übermorgen bemal' ich der Königin ihr Kind!
        

  3. Avatar von Vhaidra
    Registriert seit
    13.07.2009
    Ort
    Norderstedt (Schleswig Holstein)
    Beiträge
    2,699

    Standard

    @Ildfus Mahler: Freut mich, ich bin gespannt auf alle deine neuen Fotos

    @Elektroschnitzel: Oh, wenn ich das gewusst hätte, also das es sowas bei Fickr auch gibt. Ich habe mir das noch nie angesehen, weil ich normal halt auf meine eigene Software schwör`, da komme ich am besten mit klar. Aber gut zu wissen, danke für die Info. Kann man mal weitergeben beizeiten.
    Dark Piano Music - myuu
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Meine wichtigsten Tutorials:

    Blending Tutorial Teil 1a - Theorie und Wissen

    Blending Tutoiral Teil 1b - Farben mischen
        

Reply To Artikel


Powered by: vBadvanced Dynamics v2.1.4