Hier geht es darum wie man mit einem Bildbearbeitungsprogramm, in diesem Fall dem kostenlosen Gimp, eine Fotografie übermalen kann um sich auf diese Weise Malvorlagen für die Miniaturenbemalung selber zu basteln.

Wozu das Ganze?


1. Auf diese Weise kann man schneller und sehr viel einfacher als mit einem realen Pinsel an der realen Figur verschiedene Möglichkeiten des Highlightings üben und simulieren, bevor man weiter an der Figur malt. Kompliziert zu imitierende Materialen wie Metall zum Beispiel können erstmal geübt werden und somit kann man das Malen mit Gimp tatsächlich als Übung für das Miniaturenmalen sowie das Malen überhaupt betrachten. Alles was man hier malt funktioniert auch so an der Miniatur, auf Papier oder auf Leinwand.

2. Nicht nur für sich selber kann man damit Malvorlagen basteln sondern auch für andere Miniaturenmaler, die nicht so erfahren sind. Oft ist es unmöglich mit Worten zu beschreiben, was genau jemand anderes malen soll. Ein Bild sagt hier oft mehr als Tausend Worte und somit ist es eine prima Hilfe sich verständlich zu machen bei dem Versuch jemandem etwas zu erklären.

3. Man kann hier Risiken eingehen die man bei einer Miniaturenbemalung nicht so ohne Weiteres eingehen würde. Man kann erstmal mit Gimp schwierige Dinge üben und lernen zum Beispiel welche Farbabstufungen so ungefähr benutzt werden müssten für das angestrebte Ziel. Auch Farbtöne können erstmal getestet werden, sowie schwierige Techniken wie NMM (Non Metallic Metal) und OSL (Object Source Lighting) können auf diese Weise tatsächlich erlernt und geübt werden mit Gimp bevor man sich an die tatsächliche Miniaturenbemalung wagt.

Die Vorteile: Man kann das was man bemalen will sehr stark vergrößern und praktisch den ganzen Bildschirm als riesige Leinwand verwenden auf der sich ganz leicht malen lässt im Vergleich zu der Situation das man eine winzig, winzig kleine Miniatur bemalt.

Für wen geeignet:
Ganz einach für jeden. Für Anfänger ist es eine super Übung und eine tatsächliche Mal Erfahrung die in der Zukunft beim Miniaturenmalen verwendet werden kann und für Fortgeschrittene ist es auch eine prima Möglichkeit sich weiter zu entwickeln oder eben einfach nur sehr nützlich, wenn sie unerfahrenen Malern ein anschauliches Beispiel geben möchten.

Das Foto das ich hier für dieses Tutorial verwendet habe zeigt eine Figur die HQ-Killy grade bemalt. Hier ist der wip Thread zu der Figur die The Crimson Herald heißt und damit ich HQ-Killy besser erklären konnte wie man diese Krone hier in NMM bemalen könnte habe ich eine Vorlage mit Paintjob Pro gemalt und das Ganze hier für das Tutorial mit Gimp nachgestellt.

Los geht`s.

Gimp runterladen bitte hier:

Gimp

Gimp öffnen, bei dem mittleren Fenster oben links auf "Datei" klicken und das Foto das ihr bearbeiten wollt öffnen. Geöffnet sieht das dann so auf eurem Bildschirm aus.




Dieses Fenster in dem sich nun das Foto befindet kann vergrößert und verkleinert werden. Einfach mit dem Mauszeiger auf den Rand des Fenster fahren bis ein Pfeil erscheint, der in beide Richtungen zeigt.
Dann rechte Maustaste gedrückt halten und ziehen oder schieben je nachdem ob man das Fenster größer oder kleiner haben möchte.

Als nächstes sollte die Ansicht des Fotos stark vergrößert werden, damit sich daran bequem arbeiten lässt. Man kann dazu entweder auf das Lupensymbol im Werkzeugkasten (links) klicken allerdings scheint
man damit nur vergrößern zu können. Verkleinern und Vergrößern einstellen kann man auch in dem Fenster in dem das Foto angezeigt wird und zwar dort ganz unten links.

Neben der 300% Anzeige ist ein Pfeil und wenn man da drauf klickt öffnet sich ein Menü aus dem man die Größe der Ansicht auswählen kann. Ich habe mir ausserdem mal das dritte Fenster "Ebenen Pinsel" geschlossen, damit ich hier mehr Platz habe. Ihr braucht also nur das Fenster mit dem Foto und das Fenster mit dem Werkzeugkasten.



Damit man sich nicht zu Tode scrollt kann man das Verschieben Werkzeug benutzen um sich den Bereich, den man bearbeiten möchte hin zu schieben, wie hier auf dem Beispiel Foto. Man klickt das "Verschieben Werkzeug" an, klickt dann auf das Foto, hält die rechte Maustaste gedrückt und verschiebt dann das Foto ganz einfach so hin wie man es haben möchte.



Nun wird es ein bißchen komplizierter.

Als nächstes klickt man auf das Pipetten Werkzeug und mit dem Pipetten Werkzeug klickt man in einen Bereich des Fotos das den Farbton enthält mit dem wir anfangen wollen. In diesem Fall war es ein mittleres Gelb. Unter den ganzen Werkzeugen im Werkzeugkasten befinden sich 2 Vierecke. Das vordere ist Gelb und zwar stellt es genau das Gelb dar, das ich mit der Pipette soeben ausgewählt hatte und das ist hier die Vordergrundfarbe.

Das weiße Viereck stellt die Hintergrundfarbe dar. Das allerdings ist unwichtig für diese Art von Bildbearbeitung. Was für uns hier wichtig ist, ist die Vordergrundfarbe, denn diese befindet sich dann auf dem Pinsel alsbald wir den Pinsel ausgewählt haben. Klickt man auf das vordere dieser beiden Vierecke dann öffnet sich ein neues Fenster, das ich einfach mal "Farbpalette" genannt habe.



Dann mal bitte auf dieses gelbe Viereck beim Werkzeugkasten klicken und nun sehen wir uns dieses Fenster das "Vordergundfarbe ändern" heisst mal näher an. Hier kann man jede erdenkliche Farbe für den Pinsel auswählen. Das grosse Quadrat links zeigt uns das Gelb, das ich ausgewählt habe und zwar in allen Schattierungen (Helligkeitsstufen) sowie in allen Sättigungsstufen. Wenn man mit der Maus irgendwo dort reinklickt ändert sich die Vordergrundfarbe und damit die Farbe die man auf dem Pinsel hat. Hier kann man sich also schön die verschiedenen Helligkeitsstufen und Sättigungsstufen eines Farbtones zum Bemalen rauspicken.

Der regenbogenfarbene Balken direkt daneben enthält das gesamte Farbspekrum stufenlos. Wenn man dort rein klickt könnte man also auch Rot, Grün, Blau, Lila einfach alles auswählen. Einfach mal damit rumspielen es erschliesst sich recht schnell wie man das verwenden kann.

Unten links in diesem Fenster kann man einen direkten Vorher/Nachher Vergleich machen. Da ich nirgendwo anders bis jetzt reingeklickt habe. ist Vorher/Nachher hier noch identisch.



Nun geht es endlich los mit dem Malen

Bitte erst einmal auf das "Pinselwerkzeug" klicken. Daraufhin öffnet sich unten beim Werkzeugkasten ein Bereich mit den Pinsel Optionen. Ich habe nichts an den Voreinstellungen geändert und gehofft das sie optimal sind und das waren sie auch. Pinsel ist rund und verteilt die Farbe gleichmässig. Alles worum man sich dann noch kümmern muss ist die Pinselgröße und die Deckkraft.

Die Pinselgröße orientiert sich an der Vergrösserung des Fotos. Muss also individuell angepasst werden. Ich wählte hier eine Größe von 7,00. Deckkraft muss ebenfalls so eingestellt werden das man eben zügig aber auch "fein" damit arbeiten kann. In jedem Fall sollte die Farbe recht transparent sein wie ja auch Acrylfarben transparent sind wenn man Blendings layern will. Ich habe hier eine Deckkraft von 19,0 ausgewählt, arbeite aber später (wenn es recht fein werden soll) mit geringerer Deckkraft. Muss man ausprobieren.



Ich habe hier oben rechts im Foto mal Linien mit meinem Pinsel gezeichnet an denen die Transparenz der gelben Farbe sichtbar wird.
1. Hier habe ich nur eine Lage mit dem Pinsel gemalt.
2. Hier bin ich 2 mal drüber gegangen über dieselbe Linie
3. Hier bin 3 mal drüber gegangen über dieselbe Linie.

Genauso malt man dann auch Blendings mit dem Pinsel bei Gimp. Dort wo es deckender sein soll geht man eben einfach öfter drüber, zur Grenze hin wo die nächste Farbabstufung kommen sollte macht man immer weniger Pinselstriche so das dieser Bereich transparenter ist und dort wiederum setzt man dann den nächsten Farbton an und geht eben auch an dieser Grenze nicht so oft drüber so das sich beide Farbtöne an der Stelle überlappen und "vermischen" ein Blending (stufenloser Farbverlauf) entsteht. So kann man sehr kontrolliert arbeiten. Ich bin hier rechts im Bild bei dem ganz äusseren rechten Zacken der Krone dann ein paarmal mit diesem transparenten, mittelhellen Gelb drüber gegangen.



Falls man trotzdem mal rumschmiert, sich vermalt hat, kann man einfach oben auf "Bearbeiten" klicken und dann "Rückgängig Pinsel" auswählen.



Als nächstes habe ich in dem quadratischen gelben Fenster weiter oben rechts reingeklickt um einen dunkleren Farbton desselben Gelbes auszuwählen und habe damit den unteren Bereich des Zackens bemalt sowie gleich die beiden Nachbar Zacken auch. Nun kann man in dem "Vordergrundfarbe ändern" Fenster auch sehen wie sich der aktuelle Farbton von dem davor unterscheidet bei diesen "Vorher/Nachher" Balken am unteren Rand des Fensters.



Danach habe ich ebenso wie grade eben einen helleren Farbton ausgewählt und habe ausserdem noch bei dem regenbogenfarbenen Balken auf das Gelb geklickt, weil ich eine höhere Sättigung wünschte (einen gelberen Farbton) und die Zacken oben aufgehellt damit usw.



In diesem Stil geht es dann weiter bis man irgendwann zufrieden ist mit dem Ergebnis. Etwas Übung braucht es, aber man sollte das recht schnell drauf haben. Nun wird klar warum man damit tatsächlich Malen lernen kann, weil man einfach auch so sehr gut lernen kann welche Farbabstufungen und auch Verdünnungsgrade man benötigt um mit Layering ein gutes Blending hinzubekommen. Fertig sah das Ganze dann so aus:



Ist man zufrieden mit seinem Werk und möchte man ein ganz normales jpeg Foto davon haben klickt man oben auf "Datei" wählt "Exportieren als..." aus



Und klickt auf "Dateityp" und wählt dann "jpeg" aus. Fertig



Es gibt auch noch die Möglichkeit Ebenen zu verwenden für solche Sachen, aber ich habe hier den einfachsten, gangbaren Weg beschrieben wie eigentlich jeder zurecht kommen müsste auch wenn er gar keine Ahnung von Bildbearbeitungsprogrammen hat. Das geht also vergleichsweise schnell zum "echten" Malen mit Acrylfarben ist aber schon auch ein Stück Arbeit. Solche Gimp Werke können also sehr schnell und grob gefertigt werden oder eben sehr fein und ausgearbeitet sein, je nachdem wieviel Zeit man bereit ist zu investieren.

Viel Spaß

Falls Fragen auftauchen, am besten hier direkt beim Tutorial stellen, damit alle was davon haben.