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Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

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    Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

    Am vorletzten Januar-Wochenende war ich mit 17 anderen Teilnehmern bei Roman "Jarhead"s Base-Bau-Workshop in Augsburg. Ziel des Kurses war, in die Grundlagen und zentralen Entscheidungen beim Aufbau von Bases einzuführen und das Ganze praktisch einzuüben. Das Thema der Base war mit "Post-Apokalypse, die Natur erobert ihr Reich zurück" umschrieben. Jede(r) Teilnehmer(in) durfte sich im Rahmen dieses Themas sehr frei für die Gestaltung der eigenen Base entscheiden. Konkrete Vorgaben gab es eigentlich nur 4: wir sollten den 9cm hohen Sockel benutzen (der, wie alle Base-Materialien und die Kurs-Minis von Sponsoren gestellt wurden/im Preis inbegriffen waren), es sollte eine (selbstgebaute) Mauer aus Juweela-Steinen auf der Base sein, wir sollten ein verwittertes Schild (Werbung, Straßenschild, etc.) einsetzen, und viel Grünzeug aufbringen.

    Der Ablauf des Kurses war sehr strukturiert aufgebaut: Am ersten Abend durften wir, noch bevor wir irgendwas an einer Base machten, erstmal in eine Munitionskiste greifen, und zufällig eine Miniatur ziehen (alle waren von Hasslefree, aus der Modern Survivors Reihe). Wer seine Mini partout nicht mochte, durfte auch tauschen, es waren ein paar überzählige Minis dabei, so dass am Ende alle recht glücklich mit ihrem Los waren. Dann sollten wir uns die Mini genau anschauen und eine kleine post-apokalyptische Story erfinden (wer ist die Figur, was macht sie, warum steht sie da wo sie steht, etc.) und die Geschichte dann kurz vorstellen. Das war witzig - zumal doch etliche Minis doppelt vergeben wurden und die gleiche Mini sehr unterschiedliche Ideen anregte. Im nächsten Schritt ging es dann darum, zu überlegen, wie wir diese kleine Story auf der Base umsetzen wollten - und wir fertigten eine erste grobe Skizze der Base an. Den Freitag abend beschloss dann eine nette praktische Übung, in der wir unter Zuhilfenahme von allerlei Gerümpel - und leeren Bierflaschen - lebensgroße Bases (mit den Teilnehmern als "Minis") gestalten sollten.

    Die nächsten beiden Tage waren dann sehr praxis-orientiert, es ging zunächst um den Aufbau der Standfläche und die Bearbeitung des Sockels, und den Bau der Mauer. Einige von uns haben mächtig an den Sockeln herumgesäbelt und -gesägt. Ich hab mich im Wesentlichen mit der Mauer beschäftigt... Nach und während des Mauerbaus wurde am Schild gebastelt, die Mauer wurde schließlich auf den Sockel gesetzt, und weitere Base-Bestandteile (Bäume, Schutthaufen, Balken, etc.) wurden gestaltet. Damit war der Samstag auch schon zu Ende.

    Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Base-Bemalung und Begrünung. Den Anfang machte eine 2K-Grundierung, an die sich eine Nass-in-Nass Bemalung anschloß: die "Atmosphären-Farbe" wurde aufgetragen und eine erste globale Licht-Schatten Skizze wurde aufgelegt. Darauf folgten die Grundfarben der anderen Base-Hauptbestandteile. Danach ging es an eine detailliertere Bemalung kleinerer Teile - und, nicht zu vergessen - der Sockel wurde schwarz bemalt, um einen neutralen, klaren Rahmen für die Farben zu bekommen. Den Abschluss des Sonntags machte dann das Aufbringen von allerlei Details (Schaukelpferde!), aber vor allem die Begrünung: mehr oder minder großflächiges Lasieren der Bases mit Grün, um Flugmoos und Algenbefall zu simulieren und Aufbringen von größeren Moos- und Flechtenbefall, sowie von Gräsern.

    Die einzelnen Praxis-Phasen wurden dabei immer wieder durch theoretische Blöcke unterteilt, in denen die Grundlagen etwa zur Komposition einer Base und der veschiedenen Elemente darauf vermittelt wurden. Die Erklärungen wurden durch sinnvoll aufgebaute und reich bebilderte Powerpoint Folien visualisiert. Es gab nach dem Kurs auch ein komplettes Handout aller Folien, so dass man alles nochmal in Ruhe nachlesen kann (ich hab aber trotzdem noch recht viel mitgeschrieben). Durch alle diese theoretischen und praktischen Schritte führte Roman stets begeistert, systematisch und extrem geduldig.

    Meine Base (mehr dazu im nächsten Post) ist zwar weit davon fertig zu sein, und die Mini haben wir - außer für die Ideenfindung und als Maßstabs-Geber - gar nicht angerührt, aber das war auch nicht Ziel des Kurses; Ziel für die praktischen Phasen war, die Base am Ende des Kurses zu ca. 60% fertig zu haben.

    Insgesamt kann ich den Workshop nur empfehlen. Ich habe sehr viel mitgenommen: Natürlich viel Neues über Base-Komposition und unzählige Tipps und Tricks (mein Favorit: Wandputz aus Milliput), und auch wieder interessante neue Einsichten in meinen eigenen Malprozess gewonnen. Richtig "rund" werden die Workshops für mich aber vor allem auch durch die vielen kleinen Momente des Zusammenseins mit netten Menschen.

    Daher Danke, Roman, für den sehr lehrreichen und "wohlfühligen" Kurs; und Danke an Kadarian, für die Unterhaltungen und vielen Lacher zwischendurch!

    LG, D.

    #2
    AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

    Mein Workshop-Projekt: "Déjà-vu"

    Es heißt, es gäbe Erinnerungen, die so tief in uns verwurzelt sind, dass sie sich eines aktiven Erinnerns entzögen. Doch in bestimmten Momenten der Klarheit erlaubt uns unsere Seele einen Einblick in die Tiefen unseres Geistes und offenbart uns Gedanken, die wir längst vergessen glaubten...
    Meine zufällig gezogene Mini war Hasslefrees Jade:



    Eine junge Frau, gekleidet in ein deutlich zu enges und kleines Top, Hotpants, Overknee-Strümpfe und Pumps. Und sonst nix. Ach doch, sie hat ein Katana in der Hand, das sie irgendwie hinter ihrem Rücken versteckt, und sie blickt irgendwie träumerisch nach oben links. Als ich die Mini sah, war mir klar: ich muss eine Story über Geisteskrankheit erzählen. Wer so in einer postapokalyptischen Welt herumläuft, muss einen Hau haben. Also hab ich mir eine kleine Geschichte ausgedacht, in der diese Mini halbwegs Sinn macht:

    Als die große Flut kam, war niemand darauf vorbereitet. Küstenstädte wurden überschwemmt, Seen verschluckten Dörfer und gewaltige Wellen drückten die Flüsse hinauf und verheerten ganze Landstriche. Doch das Wasser war nicht das schlimmste, denn nach einigen Tagen kamen die Seuchen. Und sie kosteten den Großteil der Leben, die das Wasser verschont hatte. Nur wenige überlebten. Melody war eine von ihnen. Als das Wasser kam, war sie in einem Sanatorium für psychologisch auffällige Minderjährige untergebracht. Das Haus lag auf einem Hügel, im Landesinnern. Das Wasser überlebten die meisten Insassen. Aber als die Moskitos kamen, und die ersten Infizierten, starben sie genau so erbärmlich wie die anderen. Außer Melody. Sie überlebte. Und sie lebt auch heute noch. Die anderen Überlebenden fürchten sich vor ihr. Sie nennen sie Crazy Melody. Ihr Körper lebt in einem kleinen Wohncontainer, am Rande einer armseligen Siedlung von anderen Überlebenden. Aber in ihrem Kopf ist Melody in ihrer eigenen Welt, einer Welt die nicht zerstört ist, eine welt, in der alles schön, und bunt und sexy ist. In der schön angezogene Männer und Frauen über gepflasterte Straßen spazieren. Und daher findet sie es wichtig, dass auch sie schön und sexy angezogen ist. Melody ist geboren um zu überleben. Irgendwann hat sie einmal dieses Schwert gefunden. Niemand hat ihr gezeigt, wie man es verwendet. Melody wusste es einfach. Und so lebt Melody weiter. In einer post-apokalyptischen Landschaft, doch immer auch in ihrer eigenen Welt. Doch manchmal erinnert sie sich an etwas, an etwas, das sie früher mal gewusst hatte. An einen Gedanken, an eine Erinnerung, die sie mit der Welt da draußen, vor der Flut und den Mücken und dem Fieber erinnert. Wie damals, als sie dieses rostige Kreuz gesehen hat...
    Auf Basis dieser Gedanken (ich hab sie für den Aufschrieb hier ein wenig ausgebaut und weiter gesponnen...) entstand dann zunächst diese Skizze (nicht lachen :-)):



    Die Base sollte ein altes Gründerzeithaus in einer ruhigen Seitenstraße zeigen, im Erdgeschoss eine Apotheke, darüber ein Kinderzimmer. Das Haus ist weit gehend runiniert, doch man sollte die Struktur und die Funktion der einzelnen Räume noch erkennen können.

    Kernstück der Base ist natürlich die Mauer. Da hab ich mich leider ein bisschen übernommen - ich wollte der Mauer Tiefe geben und habe die Juweela-Steine flach aufgelegt... So wie man halt mauert. Und ich hab am Samstag sehr (!) lange gemauert! Nachdem die Mauer fertig und auf die Base gesetzt war (mithilfe von viel Sekundenkleber und einem langen Metallstift, der aussieht wie ein Heizungsrohr), war, bin ich ihr mit dem Dremel und einem Skalpell zu Leibe gerückt, um ein wenig unregelmäßig und chaotisch Macken und Löcher in die Mauer zu machen. Dann habe ich mit Milliput Putz aufgetragen, die Innenseite des Hauses grob aufgebaut, Schutt und schmutzansammlungen draufgepackt (Juweela-Bruchstücke und sehr viel Erde) und mich dann dem Schild gewidmet. Erst wollte ich ja ein großes "Pharmacy"-Schild längs über dem schaufenster der Apotheke befestigen; aber ich wollte, dass Melody das Schild anschaut. Und da Melody so schräg nach links oben schaut und ich sie ja nicht von hinten auf die Base setzen wollte, hab ich schließlich ein hängedes Kreuz gebastelt: aus Plasticard geschnitten, aus drei Stücken Blumendraht einen "geschmiedeten" Halter gezimmert und mit viel Sekundenkleber an der Hauswand befestigt.

    Im Rohzustand sah das Ganze dann so aus:



    Dann ging die Bemalung los. Atmosphärenfarbe war VMC.988 Khaki, das für die Licht-Schatten-Situation mit VMA.054 Dark Grey Blue einen kühlen Schatten und mit VMC.815 Basic Fleshtone ein warmes Licht bekam. Der Putz war Scale Color-61 Thar Brown, Innenwand Apotheke VMC.986 Deck Tan, Innenwand Kinderzimmer SC-26 Sandalwood. Die Holzdielen wurden mit VMC.822 German Camo Black Brown bemalt, in die ein wenig Khaki gemischt wurde. Alle Farben wurden mit den gleichen Farben wie die Mauer abschattiert/gehighlighted. Um ihr mehr Tiefe und Farbvarianz zu geben, bekam die Mauer noch mehrere Washes mit Army Painter Strong Tone, der mit verschiedenen Farben gemischt wurde. und der Sockel wurde schwarz bemalt...

    Dann ging es endlich an das Weathering und die erste Begrünung. Das Kreuz wurde dick mit verschiedenen ModelMates Rosteffekten bearbeitet und die Wand bekam mehrere Lagen "Flugmoos" und Algen (v.a. aus verschiedenen Mixturen basierend auf VMA.010 Interior Green und MC.737 Fluo Green) spendiert. Hier war ich anfangs erst sehr, sehr vorsichtig, weil ich noch nicht die Idee mit der Flut hatte. Dann hat mich Roman mal auf die Seite genommen und geraten, einfach mal drauf loszumalen, und ich hab kräftig grün gemalt. Die Story mit der Flut kam dann tatsächlich erst nachträglich, als alles schon so schön grün war.

    Und hier ist das Ergebnis des Workshops:



    Es ist noch viel zu tun (nicht zuletzt ist die Mini ja noch komplett nackt), aber ich hab Bock, daran weiterzumachen.

    Weitere Neuigkeiten poste ich hier. Auf jeden Fall schonmal Danke fürs reinschauen und lesen.

    D.
    Zuletzt geändert von Ildfus Mahler; 02.02.2016, 20:39. Grund: Bleistift-Skizze wieder eingefügt

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      #3
      AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

      Sehr witziger Workshop-Aufbau. Klingt wirklich nach einer prima Wochenendbeschäftigung.
      Ich muss sagen ich finde die Base sehr sehr hoch. Wahrscheinlich entsteht der Effekt, dass Melody etwas verloren darin wirkt. Muss ja aber nix schlechtes heißen. Passt ja auch zum Thema. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weiter geht.

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        #4
        AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

        Sehr cooles Thema, vor Allem auch wegen der Story. Das vefolge ich weiter.

        Danke dir für das Workshoptagebuch. Habe ich interessiert gelesen
        Gruß, René :hello:

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          #5
          AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

          Interessant die Umsetzung und die Mittel dazu. Gefällt mir. Kannst Du mal ein Foto mit Dame in Base machen? Im Moment geht mir das Größenverhältnis total ab.
          Sockelshop vom Zwerg vom Nettenscheid

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            #6
            AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

            Zitat von Ildfus Mahler Beitrag anzeigen
            Wer so in einer postapokalyptischen Welt herumläuft, muss einen Hau haben.
            Wie jetzt, das ist nicht die Standardmode nach dem Tag X? Ach verdammt... :D

            Schöner Bericht und wieder bekomme ich Lust auf einen Workshop. Was genau ist denn mit "Atmosphärenfarbe" gemeint? Den Begriff kenne ich von Roman nicht. Wird damit zuerst die gesamte Base bemalt?

            Das die Mauer einen ganzen Tag in Anspruch nahm, glaube ich gern. Ist ja eher eine komplette Ruine geworden. Ich hätte dafür locker 2 Wochen gebraucht, so aufwändig ist sie. Sieht richtig gut verwittert aus, die Grüntöne geben Algenbelag passend wieder. Bin gespannt, wie das Ganze mit Grünzeug wirkt.

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              #7
              AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

              Vielen Dank für den schönen Bericht. Ich fände auch ein Gesamtbild mit Figur mal spannend.

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                #8
                AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

                Danke, ihr Lieben. Sehr schön, dass es ankommt. Hat wirklich viel Spaß gemacht und ich freue mich schon, daran weiterzuarbeiten. Hier noch das Bild mit Melody:



                Ich finde nicht, dass die Mini per se untergeht. Ja, die Base ist sehr hoch, aber da ja alles sehr grün wird, wird Melody mit ihrem roten Haar und das rostrote Kreuz stark auffallen :-)

                Danke für's Reinschauen. LG, D.
                Zuletzt geändert von Ildfus Mahler; 02.02.2016, 20:37.

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                  #9
                  AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

                  Sieht sehr sehr vielversprechend aus !

                  Wie gehts auf der Baustelle weiter ?
                  Willst du glücklich sein für eine Nacht, dann betrink dich.
                  Willst du glücklich sein für drei Tage, heirate.
                  Willst du glücklich sein für ein Leben, schaff dir Farben und Pinsel an.
                  (Angepasstes japanisches Sprichwort)

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                    #10
                    AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

                    Danke, Lucky. Diese Baustelle ist derzeit auf Eis gelegt, mach grad an drei anderen Projekten rum. Aber ich freu mich schon drauf, daran weiter zu werkeln. Ist aber noch a bissele was zu tun :-)

                    LG, D.

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                      #11
                      AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

                      Jedes Projekt hat seinen richtigen Moment um fertig zu werden, sprach Konfuzius und ging malen ...

                      Take your time!
                      Me on Putty&Paint ----------- MVDaily ----------- MVWorkshops ---------- For Sale ----------- MVTutorials ----------- MVZombieCommunity Project ----------- Instagram ----------- www.romanlappt.com -----------

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                        #12
                        AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

                        Zitat von jar Beitrag anzeigen
                        Jedes Projekt hat seinen richtigen Moment um fertig zu werden
                        Jupp, so seh ich das auch. Bei mir dauert's halt ein bissel länger :-)

                        LG, D.

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                          #13
                          AW: Déjà-vu: Base-bau Workshop bei Roman "Jarhead" Lappat, Januar 2016

                          Gefällt mir auch sehr!

                          Schön dass du die atmosphärische Bemalung erwähnt hast! Hat mir gerade einen Aha-Effekt beschert, wie das funktioniert!

                          Danke für´s Zeigen!

                          LG
                          Der Sgt
                          Mal-Zeit!!! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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